Fünf "vergessene" Getreidesorten,
die heute wieder in aller Munde sind

Noch vor wenigen Jahrzehnten galten Urgetreide wie Emmer oder Einkorn als fast verschwunden. Mit dem Aufkommen moderner Hochleistungssorten rückten sie mehr und mehr in den Hintergrund. Gefragt waren Getreidearten, die hohe Erträge liefern, sich perfekt in industrielle Abläufe einfügen und standardisierte Backergebnisse garantieren. Alte Sorten galten deshalb lange als „unpraktisch“ und damit wirtschaftlich weniger interessant für den Massenmarkt.
Heute erleben sie eine bemerkenswerte Renaissance. Sowohl in modernen, naturbelassenen Getreideküchen als auch auf unseren heimischen Feldern. Denn sie kommen mit kargen Böden, rauem Klima und kurzen Vegetationsperioden, wie sie im Alpenraum unserer Region vorherrschen, von Natur aus gut zurecht und gewinnen deshalb besonders im Bio-Landbau wieder an Bedeutung. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein für regionale Wertschöpfung, Biodiversität und authentischen Geschmack. Und damit für Werte, für die diese alten Sorten wie gemacht sind.
Für uns, WALDNER Getreidemühlen – ein Osttiroler Familienunternehmen seit Generationen, ist dieser Trend jedoch mehr als nur eine kurze Modeerscheinung, sondern eine lebendige Tradition – seit über 30 Jahren. Denn wer Getreide zu Hause mit einer eigenen Mühle selbst zu Mehl oder zu frischen Flocken verarbeitet, kann die ganze aromatische Vielfalt und den vielseitigen Einsatz dieser alten Sorten in der eigenen Küche täglich neu entdecken. Fernab industrieller Einheitslösungen.
Fünf dieser „vergessenen“ Naturwunder, die heute wieder in aller Munde sind, stellen wir Ihnen im folgenden Blogbeitrag gerne vor und zeigen Ihnen damit viele gute Gründe, das Urgetreide auch in Ihren Küchenalltag fest zu integrieren.

1. Waldstaudenroggen -
Ballaststoff-Power mit der rauhen Seele
Waldstaudenroggen ist eine sehr alte Form des Roggens. Ursprünglich stammt Roggen aus dem Vorderen Orient und dem Kaukasusraum, wurde aber in Mitteleuropa über Jahrhunderte zu einer robusten Kulturpflanze weiterentwickelt. Dank seiner Frosthärte und Anspruchslosigkeit gedeiht Waldstaudenroggen hervorragend in rauen, alpinen Regionen – also dort, wo andere Getreidearten längst aufgeben.
Traditionell wird er um Johanni (24. Juni) gesät und erst im zweiten Jahr geerntet – daher auch sein Zweitname Johannisroggen. Seine langen Halme dienten früher häufig als Dachstroh und erzählen von einer Zeit, in der kein Teil der Pflanze verloren ging.
Das macht Waldstaudenroggen heute wieder so beliebt:
- Geschmack: aromatisch-würzig
- Besonderheiten: kleines Korn, hoher Schalenanteil (im Vergleich zu modernen Sorten)
- Nährwert: Sehr ballaststoffreich (bis 50% mehr als Roggen), sättigend, verdauungsfördernd
Unser WALDNER Tipp: Stets frisch und möglichst fein gemahlen entfaltet Waldstaudenroggen sein kräftig-würziges Aroma besonders gut, v.a. in Sauerteig- und Roggenmischbroten. Sein hoher Schalenanteil sorgt für saftige Krume, lange Frischhaltung und echten Charakter im Brot.
2. Emmer - Mineralstoff-Perle
mit der harten Schale
Emmer zählt zu den ältesten kultivierten Getreidearten und wurde schon vor über 10.000 Jahren im „Fruchtbaren Halbmond“ angebaut. Von dort breitete er sich über den Mittelmeerraum bis nach Mitteleuropa aus. Heute erlebt der widerstandsfähige Urweizen ein Revival. Vor allem in Österreich und Süddeutschland, wo Biobetriebe und Direktvermarkter ihn wiederentdecken.
Das macht Emmer heute wieder so gefragt:
- Geschmack: intensiv, würzig-nussig (im Vergleich zum modernen Weizen)
- Besonderheiten: ergibt eher dichte, kompakte Teigwaren
- Nährwert: hoher Rohprotein- und Mineralstoffgehalt (im Vergleich zum Weichweizen)
Unser WALDNER Tipp: Frisch gemahlen eignet sich Emmer ideal für kräftige Brote, kernige Teigwaren und hausgemachte Pasta. Frisch geflockt sorgt er für charakterstarke Flocken mit bissfester Struktur, z.B. in Müsli, Porridge oder als Topping auf Salaten.


3. Einkorn - das Goldstück
unter den Ursorten
Einkorn (Triticum monococcum) gilt als das älteste kultivierte Getreide und begleitet die Menschheit seit über 9.000 Jahren. Selbst in Ötzis Ausrüstung wurden Einkornspuren gefunden – ein Beweis für seine ewige Beständigkeit. Das genügsame Korn wuchs einst auch auf mageren Böden, wurde später aber von ertragreicheren Weizensorten verdrängt. Dank Biolandbau und bewusster Ernährungskultur erlebt das Urkorn heute seine „Wiedergeburt“.
Das macht Einkorn heute wieder so goldwert:
- Geschmack:fein-nussig, leicht süßlich - einfach unverwechselbar
- Besonderheiten: goldgelbes Mehl dank natürlichem Carotinoidgehalt (vor allem Lutein)
- Nährwert: sehr hohe Nährstoffdichte im Vollkorn –
reich an Rohprotein, Mineralstoffen und Antioxidantien
Unser WALDNER Tipp: Frisch gemahlen bringt Einkorn sein mild-süßes Aroma besonders harmonisch zur Geltung. Ideal für hellere Brote, goldgelbe Waffeln, feines Gebäck oder süße Pfannkuchen. Mit natürlicher Farbe und echter Geschmackstiefe.
4. Schwarzer Hafer -
das Urkorn mit Charakter
Schwarzer Hafer ist eine alte Varietät des Kulturhafers (Avena sativa) und fällt sofort durch seine dunkle Spelze auf. Einst in vielen europäischen Regionen angebaut, verschwand er mit der Züchtung ertragreicherer Sorten fast ganz. Heute kehrt er zurück – als aromatische Spezialität für alle, die ursprüngliche, pflanzenbasierte Ernährung schätzen.
Das macht schwarzen Hafer heute wieder so interessant:
- Geschmack: kräftig, leicht erdig und besonders aromatisch (im Vergleich zum hellen Speisehafer)
- Besonderheiten: dunkles Korn, sehr aromatische und kernige Flocken
- Nährwert: reich an Beta-Glucanen (cholesterinsenkend), vollwertigen
Kohlenhydraten, Ballaststoffen und ungesättigten Fettsäuren
WALDNER Tipp: Flocken Sie Schwarzen Hafer immer frisch. So bleiben sein natürliches, intensives Aroma und der kernige Biss bestens erhalten. Perfekt geeignet für charakterstarkes Porridge, Müslis mit Biss, herzhafte Bratlinge und kräftige Brote.


5. Nacktgerste - der unterschätzte
Mehr-Korn-Könner
Nacktgerste (Hordeum vulgare var. nudum) ist eine uralte Form der Gerste, die seit rund 10.000 Jahren kultiviert wird. In vielen europäischen Bergregionen diente sie lange als Brot- und Breigetreide, bevor der Fokus auf Braugerste sie in den Hintergrund drängte. In der modernen Vollwertküche wird sie nun wieder geschätzt – als wahres Multitalent zwischen Geschmack und Nährwert.
Darum ist Nacktgerste heute wieder so begehrt:
- Geschmack: nussig, leicht malzig, erdig, aromatisch (intensiver als Braugerste)
- Nährwert: reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen (Calcium, Eisen, Phosphor),
Vitaminen und Beta-Glucan – sättigend, cholesterinsenkend, verdauungsfördernd - Besonderheiten: Spelzen lösen sich beim Dreschen weitgehend vom Korn,
sodass sie direkt als ganzer Korn weiterverarbeitet werden kann
Unser WALDNER Tipp: Nacktgerste eignet sich perfekt sowohl zum Frischmahlen als auch zum Selberflocken. Feines Vollkornmehl ist ideal für deftige, kompakte und saftige (Fladen-)Brote mit guter Feuchtigkeitsspeicherung. Grober Schrot passt in Suppen und Breie, während frisch geflockte Körner Ihrem Lieblingsmüsli oder Keksen einen kernigen Biss verleihen.
Darum passt Urgetreide perfekt
zu einer modernen Ernährung
Ob Waldstaudenroggen, Emmer, Einkorn, Schwarzer Hafer oder Nacktgerste: Die Rückkehr alter Getreidesorten zeigt, wie viel Geschmack, Vielfalt und insbesondere Natürlichkeit in einem winzig kleinen, ursprünglichen Korn steckt.
Lecker & gesund
Jedes Urgetreide ist besonders reich an Ballaststoffen, Mineralstoffen, B-Vitaminen, Antioxidantien und ungesättigten Fettsäuren. Sie alle können eine bewusste Ernährung sinnvoll bereichern und überzeugen zugleich durch ihren ursprünglichen Charakter.
Nachhaltig & robust
Viele dieser alten Sorten kommen mit kargen Böden, rauem Klima und geringeren Ressourcen gut zurecht. Damit passen sie besonders gut zu einer naturnahen, nachhaltigen Landwirtschaft. Auch im alpinen Raum.
Vielseitig in der Küche
Mit unseren WALDNER Getreidemühlen lassen sich alte Getreidesorten zu Hause genauso selbstverständlich frisch verarbeiten wie herkömmliche Sorten. Ob zu Mehl oder zu Müsli-Flocken. Ob manuell oder auf Knopfdruck. Ganz im Sinne einer bewussten Küche, naturbelassenen Ernährung und echten Getreidekultur.
So wird aus „vergessenem“ Korn ganz einfach wieder ein vollwertiger, aromatischer Naturgenuss.








